
c.a.r.e - ein somatischer Ansatz für Kreativität, Bindung, Bildung und Resilienz - Frühkindliche Bewegungsentwicklung
DE+EN | 5-Tages Seminar c.a.r.e
Die Bedeutung des menschlichen Entwicklungsprozesses
Dieses Modul lädt Sie in die reichhaltige und komplexe Welt der frühen Bewegungen im Säuglingsalter ein – eine Zeit, in der der Körper beginnt, seine erste Sprache zu schreiben. Hier trifft Theorie auf gelebte Erfahrung:
Wir erforschen, wie die Bewegungen des ersten Lebensjahres unsere späteren Fähigkeiten unterstützen: Denken, Fühlen, Beziehen, Lernen. Wir verfolgen die subtilen Fäden des Muskeltonus, des Gleichgewichts und der primitiven Reflexe und weben sie in ein tieferes Verständnis dafür, wie Menschen wachsen, sich verbinden und sich anpassen. Diese frühen Gesten- scheinbar einfach - sind geprägt von einem lebendigen Dialog zwischen inneren Impulsen und der äußeren Umgebung. In diesem Zusammenspiel liegt die stille Poesie der Entwicklung.
Durch verkörperte Erkundung und aufmerksame Beobachtung beginnen die Teilnehmer zu spüren, wie Bewegung innere Landschaften offenbart: Bedürfnisse, die nach Ausdruck suchen, Fähigkeiten, die erwachen, Gefühle, die sich regen. Diese Bewegungen sind keine mechanischen Wiederholungen - sie sind Beziehungsakte, intime Verhandlungen mit der Schwerkraft, dem Raum und der Anwesenheit anderer.
Die Teilnehmer sind eingeladen, die Entstehung grundlegender Muster mitzuerleben und zu erfahren, zu spüren, wie Reflexe und Haltungsänderungen die Reise des Kindes in Richtung Interaktion, Lernen und Autonomie gestalten. Durch Bewegung erhaschen wir einen Blick auf die Architektur des Werdens: ein lebendiger Spiegel, der Bedürfnisse, Potenziale und die ersten Schritte in Richtung Kohärenz reflektiert.
Ein zentraler Punkt des Moduls ist die Kultivierung der Kunst der Beobachtung - nicht nur mit geschulter Präzision, sondern mit offenem, nicht wertendem Gewahrsein. Diese Wahrnehmungsfähigkeit ist von entscheidender Bedeutung für Fürsorgende, Pädagog*innen, Therapeut*innen - und für jeden, der eine tiefere, mitfühlendere Beziehung zu seinem eigenen Körper und zu anderen Menschen sucht.
Schlüsselthemen des Moduls:
- Muskeltonus und neuromotorische Entwicklung im ersten Jahr
- Grundlegende Bewegungssequenzen: Rollen / Nachgeben / Drücken / Greifen / Ziehen
- Primitive Reflexe und posturale Reflexe
- Vestibuläre und propriozeptive Grundlagen
- Gleichgewicht
- Gehirnentwicklung und visuelle Reifung
- Bewegungsbeobachtung und funktionale Analyse
- Konkrete Anwendungen, Fallbeispiele und Kontexte
- Einstimmung und interaktive Regulation
Ausführliche Seminarinformationen
c.a.r.e – ein somatischer entwicklungsbezogener Ansatz für Kreativität, Bindung, Bildung und Resilienz
c.a.r.e. steht für Creativity, Attachment, Resilience und Education (Kreativität, Bindung, Resilienz und Bildung). Die Fürsorge für sich selbst und andere bildet eine wesentliche Grundlage für die Beziehung zu sich selbst und zu Mitmenschen.
In unserer Ausbildung vermitteln wir fundiertes Wissen aus Neurowissenschaften, Pädagogik, Psychologie und Somatik über die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens – insbesondere über die menschliche Entwicklung. Diese Erkenntnisse möchten wir sowohl Fachkräften aus therapeutischen, pädagogischen und sozialen Berufsfeldern für ihren Arbeitsalltag an die Hand geben als auch Impulse für die persönliche Weiterentwicklung setzen.
Das c.a.r.e.-Programm zielt darauf ab, die Selbstwahrnehmung zu schulen und die persönliche Resilienz zu stärken – denn nur so kann ein unterstützendes Beziehungsfeld zu anderen entstehen. Statt retraumatisierende Erinnerungen erneut zu durchleben, hilft c.a.r.e. den Teilnehmenden zu verstehen, wie die Vergangenheit das Nervensystem und das Selbstbild prägt. Durch die Arbeit mit frühkindlichen Reflexen, embryonaler Entwicklung und den Grundlagen der Selbstregulation werden dysfunktionale Überlebensstrategien erkannt und neue Ressourcen für Stabilität und Wohlbefinden aufgebaut. Dafür verbindet c.a.r.e. innovative somatische Ansätze mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen sowie Bindungs- und Entwicklungstheorien.
Das Programm stärkt einerseits die Fähigkeit, andere ressourcen- und bindungsorientiert zu begleiten, und lädt gleichzeitig zur Reflexion eigener Verhaltensmuster ein. Durch das Beobachten und Verstehen der Wechselwirkung von Bewegung und nonverbaler Kommunikation befähigt c.a.r.e. die Teilnehmenden, diese Prinzipien in ihre berufliche und private Praxis zu integrieren.
Worin liegt der Mehrwert in der Teilnahme?
- Verstehen, wie unser physiologisches und emotionales System miteinander verbunden ist.
- Wege erlernen, um das eigene emotionale, mentale und körperliche Wohlbefinden zu stärken.
- Erkenntnisse darüber gewinnen, wie ihr anderen - insbesondere Kindern und Jugendlichen - zu mehr Körperbewusstsein und emotionaler Regulation verhelfen können.
Ziele der Ausbildung sind
- die elementare Grundzüge der Persönlichkeitsentwicklung zu kennen
- die tiefgreifenden wechselseitigen Verflechtungen zwischen den nonverbalen und verbalen Dimensionen des Bewusstseins zu erkennen
- somatisches und theoretisches Verständnis der stattfindenden Entwicklungs- und Lernprozesse zu erlangen
- die Bedeutung der Interaktion/ dem zwischenmenschlichen emotionalem Austausch für die Persönlichkeitsentwicklung zu verstehen und in den Kontakt mit einfliessen zu lassen
- Ablauf von Lernprozessen physiologisch und emotional verstehen
- die Aufgabe und Entwicklung des Gehirns als Schaltstelle bei der Persönlichkeitsentwicklung zu begreifen
- unterschiedliche Entwicklungsaspekte der verschiedenen Interessensgruppen erkennen
- somatische Herangehensweisen und Methoden in die Arbeit mit Kindern zu integrieren
- Bedeutung, Gewichtung und Grundlagen der Kommunikation mit den Fürsorgenden
- Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten/ Blockaden erkennen zu können
Die Ausbildung vermittelt (befähigt)
- für verschiedene Altersgruppen spielerisch- somatische Bewegungsangebote entwickeln zu können, die die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder unterstützen
- die “präverbale Sprache”, d.h. Kindheitsbewegungsentwicklung und Reflexe spielerisch in verschiedenen Kontexten einbauen zu können
- persistierende Primitivreflexe erkennen zu können und zu verstehen, wie diese die Bewegungsentwicklung beeinflussen und dann mögliche Veränderungen invozieren
- Kompensationen zu erkennen
- Unterstützungsmöglichkeiten für Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten/ Blockaden finden bzw. entwickeln zu können
- eine wertschätzende, anerkennende und achtsame Atmosphäre als Lern- und Spielort zu schaffen
Curriculum
Modul 1 | 06.07. - 11.07.2026 | Embryologie
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Modul 2 | 13.07. - 17.07.2026 | Frühkindliche Bewegungsentwicklung
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Modul 3 | 28.09. - 02.10.2026 | Selbst – Andere* und die Interaktion
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Modul 4 | 04.01. - 08.01.2027 | Verkörperte Transformation
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Modul 5 | 29.03.-02.04.2026 | Motivation, Verbindung und Lebendigkeit
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Modul 6 | 03.05.-08.05.2027 | Verkörperte Kreativität
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Seminarleiter*innen

Heike Kuhlmann
www.heikekuhlmann.net
MSME, BMC®-Practitioner, Tänzerin, -pädagogin, Choreografin, MA Performance Studies/Choreography
Heike interessiert der menschliche Enfaltungsprozess. Dabei geht es ihr nicht nur um die individuelle Entfaltung, sondern wie Menschen sich auf Augenhöhe begegnen können. Strukturelle Bedingungen mit in die somatische Erfahrung hereinzunehmen ist für sie Bedingung für eine Kritische Somatik. Sie begleitet somatische Prozesse in Einzelsitzungen, Kursen, Workshops und Ausbildungen. In ihrer künstlerischen Arbeit sind Aktivismus und Somatik eingewoben. Mehr Informationen auf: www.somatik-tanz-choreographie.de, www.heikekuhlmann.net

Adalisa Menghini
Lehrerin, Choreographin, Performerin
Adalisa studierte an der S.N.D.O in Amsterdam, danach absolvierte sie ihren M.A. in Neurophysiologische Psychologie. Sie ist Lehrerin der Feldenkrais Methode. Sie arbeitet mit professionellen und nicht professionellen Tänzern, Kindern und Senioren. Zweimal wurde sie als beste Choreografin der "Giocabriga" nominiert. In Zusammenarbeit mit K. Wickenhäuser, hat sie Performances mit Schulkindern in Museen gebracht. Zweimal haben sie den Preis "Kinder zum Olymp!" gewonnen. Sie unterrichte in der Tanzfabrik, der Somatischen Akademie Berlin und an der Universität der Künste Berlin.

Ka Rustler
BMC® Teacher, Somatic Movement Educator & Therapist, Choreographin und Performerin.
Ka Rustler erforscht und analysiert seit über 30 Jahren somatische Praxen und deren Verkörperung in Bewegung, Choreographie und Therapie. Sie performt mit Pionieren der Improvisation und übt als Organisatorin von ECITE und CI Festivals sowie künstlerisches Mitglied der Tanzfabrik Berlin entscheidenden Einfluss auf die somatische Praxis in der Tanzausbildung aus. Ihre künstlerischen Projekte wurden auf Tanz- und Theaterfestivals in Europa, Mexiko, Russland, Japan und den USA gezeigt. Sie unterrichtet international, konzipiert Ausbildungscurricula an privaten sowie staatlichen Institutionen und integriert die neuesten Erkenntnisse der Neuro- und Wahrnehmungswissenschaften. An der Somatischen Akademie unterrichtet sie in der Fortbildung somatische Begleitung & Arbeit mit Kindern.
Kosten
Kosten
Einzelbuchung als Workshop
690€
Dieses Seminar ist zugleich Teil der zertifzierten Ausbildung c.a.r.e - ein somatischer Ansatz für Kreativität, Bindung, Bildung und Resilienz. >> mehr erfahrenGesamte c.a.r.e Ausbildung (200h)
3680€ + Zertifikat 200€
Bezahlung ist auch in Raten möglich.
Daten
13. - 17. Juli 2026 | Montag-Freitag 10:00 Uhr - 17:30 Uhr
Anmeldeinformationen
BerlinSomatische Akademie Berlin
Paul-Lincke-Ufer 30
10999 Berlin | side building
1st backyard
4th floor
- Full Price: 690.00 EUR