Somatischer Salon 2015

Der Salon der Somatischen Akademie

Die Somatische Akademie  greift die Tradition des Salongesprächs auf und verlagert, gemäß ihrer inhaltlichen und praktischen Ausrichtung, die Themenschwerpunkte in den Bereich der angewandten Körper- und Bewegungsmethoden, die den Leib in das Zentrum des menschlichen Erfahrungs- und Handlungspotentials stellen und ihn als Quelle und Ressource für Gesundheit, künstlerischen Ausdruck und Persönlichkeitsentwicklung sehen. Die Salon-Gespräche widmen sich der Überwindung der Trennung zwischen Körper(-lichem) und Geist(-igem).

Der Somatische Salon ist sowohl Vortrag, Austausch, Gespräch und Diskurs. Es werden in ihm alle grundlegenden und aktuellen Bereiche gesellschaftlich -kulturellen Zusammenlebens berührt: Politik, Gesundheit, Pädagogik, Ethik, Ästhetik, Sprache, Gesellschaft und Individuum. Die Gespräche folgen der Frage: Was wäre, wenn sich das leibliche Spüren in allen  diesen Bereichen entfalten würde. Denn die Aufspaltung des ganzheitlichen leiblichen Erlebens hat weitreichende Effekte auf die Art und Weise, wie wir miteinander und mit uns selbst kommunizieren und umgehen.  Sie bedingt, wie wir unsere Welt erleben und gestalten. Den Preis des Modells vom objektiven Körper auf der einen und auf der anderen Seite die Möglichkeiten und die Bedeutungen der Entfaltung des leiblichen Spürens in allen Bereichen unseres Lebens zur Sprache zu bringen und zu diskutieren, ist das Anliegen des Somatischen Salons.
Alle eingeladenen Gäste verbindet eine spezifische Hinwendung zu Wissen und Wissensbildung mit der gezielten Einbeziehung von Körper, Wahrnehmung und  Erfahrung.

Das Programm 2015:
Mittwoch 25.02.15 –  Stimmklang, Körper und Bedeutung
 

Zu Gast:


Ulrike Sowodniok – Sängerin und Stimmanthropologin (Berlin)

Moderation:
Katja Münker

Stimmklang berührt und überschreitet, unterwandert uns und trägt stoffliche Information – seine übergeordnete Orientierungsfunktion wird uns an diesem Abend beschäftigen. Wir öffnen ihm unsere Ohren, um in verbalen und sinnlichen Bedeutungsräumen über unser Verständnis von „Körper der Stimme“ in Sprache, Gesang, Klangkunst, Bewegung, Tanz, Pädagogik, Therapie und Medien zu diskutieren. Dabei wird es um eine prozessorientierte Perspektive von Stimmklang und um Stimme als „Du“, d.h. als Abdruck unserer Beziehungsgefüge gehen.  Eigene Fragestellungen und konkrete Beispiele sind sehr willkommen!

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 25.03.15 – Body | Nature 

Zu Gast:

Christine
Borch – Choreografin, Tänzerin und zeitgenössische Nomadin

Moderation:
Kai Ehrhardt

Zwischen Natur und Mensch gibt es eine wechselnde Geschichte von Opposition und Verbundenheit. Vor philosophischen und weltanschaulichen Beweggründen dafür war unser Verhältnis zur Natur in erster Linie beeinflusst vom Drang zu überleben. Genau aus diesem Grund stehen wir nun wieder an einem Wendepunkt. Überleben heißt jetzt, die Sprache der Natur zu verstehen und sie ernst zu nehmen. Christine Borch - Choreografin, Tänzerin und zeitgenössische Nomadin – folgt dieser Notwendigkeit mit außergewöhnlicher Konsequenz und Kreativität. An diesem Abend sprechen wir über ihre LebensKunstForschung im Amazonas “The heart of the forest is female”, über ihr Kunstprojekt “Intimate Nature” und über Verbindungen zu somatischen Praktiken. Wie der erfahrbare Leib uns helfen kann, alte und neue Verbindungen zur Natur wieder her zu stellen. Das Gespräch wird in English sein.

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 29.04.15 – Idiosyncratic Dancing Body

Zu Gast:

Peter Ple
yer – Choreograf, Tänzer, Teacher und Performer

Moderation:
Katja Münker

Ein Abend mit Peter Pleyer und dem Thema ideokinetische Körperarbeit, eine Technik, die von Mable Todd, Lulu Sweighard und Barbara Clark entwickelt wurde und von u.a. Andre Bernard, John Roland, Nancy Topf und Eva Karczag in die Tanz- und Performance Szene eingebracht wurde.
Der Abend besteht aus einer Buch- und Magazinlecture von Peter Pleyer und einem anschliessenden Gespräch mit Katja Münker.

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 27.05.15 – Stimme - Muskel der Seele? (Roy Hart)

Zu Gast:

Walli Höfinger
– Stimmcoaching, Roy Hart Stimmarbeit

Moderation:
Marion Evers

'Die Stimme ist der Muskel der Seele' ist ein Zitat von Roy Hart. Warum empfinden wir diesen Ausspruch instinktiv als wahr? Wie nähern wir uns der Körperlichkeit unserer Stimme an? Können wir unsere Stimme anfassen, sehen, spüren oder bleibt sie uns auf gewisser Ebene doch immer abstrakt.
Welche innere Haltung begünstigt Stimme? Wann fühle ich mich frei und ausgedrückt? Wann fühle ich mich gehört? Wie können wir lernen auf verschiedene Arten und Weisen uns selbst und anderen zuzuhören?
Die Stimme fungiert in diesem Zusammenhang als instinktives, reflektierendes und fragendes Instrumentarium und scheint untrennbar mit unserem Körper und unserem Bewusstsein verbunden. So konstant flüchtig und wiederkehrend wie unser Atem.

Was hat die Roy Hart Arbeit mit all diesen Fragen zu tun?
Nach einem kurzen Abriss über die Geschichte der Roy Hart Arbeit und einem Einblick in den eigenen Weg mit der Stimme, teile ich gerne im Gespräch mit Marion Evers meine Fragen zur Stimmarbeit mit Euch. Ich möchte im Kontext dieses Abends auch zu einem Moment zum direkten Erleben der Eigenen Stimme einladen.

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 24.06.15 – Gehend Handeln erfahren

Zu Gast:

Martin N
achbar – Tänzer, Choreograf, Researcher

Moderation:
Katja Münker

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Gehen in Performances. Dabei geht es darum, wie das Gehen Räume herstellt. Mit Räumen meine ich Theater und Straßen, aber auch die Innenräume der Gehenden und der Zuschauenden oder vielleicht auch der gehenden Zuschauer bzw. der zuschauenden Geher. Die üblicherweise vorgenommene Trennung zwischen Fühlen bzw. Spüren einerseits und Handeln andererseits scheint mir eher kulturelle Gewohnheit denn Tatsache. Deshalb geht es mir auch darum, wie Eigenwahrnehmung und Wahrnehmung von Welt in Verbindung stehen, zu Handlung werden und sich als Erfahrung niederschlagen.

''Für mich ist der (mit)fühlende, sich (mit)bewegende und (mit)denkende Körper Vehikel der Arbeit und Fokus der Inszenierungen – auch wenn andere Medien ins Spiel kommen. Choreographie ist das Einspannen des Körpers in unterschiedliche Praxen und Kontexte in Bezugnahme auf ein Publikum.''
– Martin Nachbar

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 30.09.15 – Unhintergehbare Bezogenheit: Resonanz als bewegtes Verstehen

Zu Gast:

Undine Eberlein – Philosophin, Tai Chi Practitioner

Moderation:
Katja Münker

Wir "haben" einen Körper und "sind" ein Leib, mit dem wir immer schon spürend und erkennend auf unsere Mitwelt bezogen sind.

Unser leibliches Spüren ist ein bewegtes und dialogisches Geschehen mit komplementären und konkurrierenden Erlebnisqualitäten. Es bleibt aber nicht auf den eigenen Leib beschränkt, sondern geht sendend und empfangend über diesen hinaus und dockt so an unsere Umwelt an. In unserem Spüren sind wir also ganz subjektiv und zugleich in Beziehung, so dass hier Individualität und Sozialität immer schon miteinander dialogisch verschränkt sind.

Als Grundlage unseres Zusammenlebens ist leibliche Kommunikation bzw. Resonanz ein zentrales Thema somatischer Forschung. Den dabei auftretenden Fragen und Problemen möchte ich an Beispielen u.a. aus Tanz und Tai Chi nachgehen: Wie nehmen wir diese Bezogenheit wahr? Wie können wir unsere entsprechenden Erfahrungen beschreiben? Welche Bedeutung hat leibliche Kommunikation für unser Verstehen und Missverstehen anderer Menschen?

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 28.10.15 – Körper in der heterogenen Gesellschaft.

Zu Gast:

Dr. Özge Tomruk – Dr. phil. Theaterwissenschaft – Theaterpädagogin – zertifizierte Action Theater™ Lehrerin

Moderation:
Katja Münker

Gesprächsabend zu Fragen des Zusammenlebens in heterogener Gesellschaft.
Unter Schlagwörtern wie Interkultur, Inklusion, generationsübergreifend, Willkommenskultur werden Handlungsvorschläge gemacht, wie sich ein „Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft“ gestalten kann - auch im Hinblick auf unsere Körper.

  • Wie konsequent sind diese überhaupt gemeint?
  • Wie wirken sich Postulate und Realitäten auf Körper und Ausdruck aus?
  • Was haben Kopftücher, Rollstühle, Cowboy Hüte mit einander zu tun?
  • Was heißt „soziale Unterscheidungen von Körpern“?
  • Wo ist die „Grenze“ zwischen drinnen und draußen?  Wo Körperliche und gesellschaftliche Grenzen.

Diese und andere Fragen beschäftigen uns, und wir laden Euch ein, mit uns weitere zu suchen.

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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Mittwoch 25.11.15 – The Non-Natural Body as Interface

Zu Gast:

Jeremy Wade – performer performance maker and curator

Moderation:
Kai Ehrhardt

Dieser Salon findet nur in englischer Sprache statt.
In order to address the complexity of being and having a body in the height of advanced capitalism we need a generative and fictive metaphor for this body. We need a metaphor because so many of the forces that dominate and shape our bodies pretend to be natural when they are not. Could we think critically about somatic practices and try to consider that these "human" techniques are also deeply constructed processes? Authoritative systems that tend to further machinate the neo liberal self, re-inscribing sameness, productivity and an alignment with normativity. In positing the body as a non-natural interface we could begin to deconstruct the hegemonic production of this seemingly natural body while exploring it's agency within this constructedness.
This non-natural body as interface is a generative experiment, allowing us to renegotiate the natural, authentic and normative body through the filter of queer, feminist and post humanist scholarship.

Einlass ab 20:00
Beginn: 20:15
Eintritt: 5€
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